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Received: August 02, 2001

Die Lokalisierung des Paradeisionklosters in Konstantinopel: (nach Siegeln und der Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod)

Victoria Bulgakova,
Berlin University

Das Theotokoskloster Paradeision in Konstantinopel war bis vor kurzem durch ein einziges in Byzanz aufgefundes1 Siegel aus der 2. Hälfte des 11. Jhs. vertreten [Laurent, 1963, V, 2, n. 1172, Pl. 149]2. (Abb. 1) Die Vorderseite des Siegels zeigt eine in der Sigillographie einzigartige Darstellung einer thronenden Hodegetria mit dem Kind auf dem rechten Arm3. Das zweite Siegel mit einem ähnlichen Bild von thronender Hodegetria-Dexa, das demselben Kloster zugeschrieben werden kann, stammt aus altrussischem Gebiet (Černigov) und wird in die 2. Hälfte des 11.-12. Jhs. datiert4. (Abb. 2)

Den Klosternamen verbinden Forscher mit dem gleichnamigen Viertel Paradeision (Paradesion) im Westen Konstantinopels5. Die einzige Erwähnung des Paradeisionklosters findet sich in den Akten des 7. ökumenischen Konzils (Nikaia, 787), was seine Existenz bereits im 8. Jh. beweist. Seit dem 13. Jh., kommt in Chroniken und Dokumenten das Patronymikon Paradeisithj vor, welches auch auf die Klosterbenennung zurückgeführt werden kann [Mansi, XIII, 156, B; Laurent, 1963, V, 2, . 97].

In den Konzilsakten wird das Paradeisionkloster als Kloster tj gaj Qeotkou to Paradeisou bezeichnet [Mansi, XIII, 156, B], was darauf hinwiest, daß seine Hauptkirche der Theotokos geweiht war. Dies erklärt sowohl die Wahl des Bildes für die Vorderseite der Siegel, welches am wahrscheinlichsten auf das Bild der Muttergottes in der Theotokoskirche zurückgeht, als auch die Anrede Krh in der Inschrift eines der Siegel7.

Die Lage des Klosters und der Kirche der heiligen Theotokos im Paradeision als auch des Viertels selbst ist aufgrund der Quellenangaben nicht genau lokalisierbar. Die Notizen in den Synaxaren weisen lediglich darauf hin, daß sich die Theotokoskirche in der Nähe der Mokioskirche befand [Syn. CP, 144, 1.7-8; 205, 1.28-30], die westlich von der gleichnamigen Zisterne, hinter der Konstantinsmauer lag8 (Abb. 3).

R. Janin bracht das Paradeision westlich der Zisterne und des gleichnamigen Klosters unter. Gleichzeitig äußerte er aber auch die Vermutung, daß die Theotokoskirche im Paradeision mit dem Kloster Qeotkoj tn Krou, das nordwestlich von der Mokioskirche, zwischen Mokioszisterne und Romanostor lag, identisch sein könnte. [Janin, 1964, p. 404; Janin, 1969, p. 217]. Das Kloster t Krou ist aber aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen dem 6. und 10. Jh. von seinem ursprünglichen Platz in der Nähe der Mokioskirche zum Valensaquädukt hin verlegt worden, was die zwei abweichenden Einweihungsdaten für ta Kyru in den Synaxaren bestätigten könnten [Berger, 1988, S. 477-482]. Der neue Standort des Klosters t Krou soll sich, A. Berger zufolge, an der Stelle der Kalenderhane-Camii-Kirche beim Mesomphalon befunden haben [Berger, 1988, S. 479f.]. Diese Daten schließen die Übereinstimmung des Klosters und der Theotokoskirche im Paradeision mit dem Kloster t Krou eindeutig aus.

Die genaue Lokalisierung des Klosters wird auch dadurch erschwert, daß in den Quellen aus verschiedenen Zeiten in der Nähe der Mokioskirche und der Lukaskirche, die auch unweit von der Zisterbe lag9, Theotokosklöster mit unterschiedlichen Namen erwähnt werden. Im 6. Jh. ist das dort liegende Theotokoskloster unter dem Namen (Mon tn) Bessn oder (Mon tj) Qeotkou plhson to gou Louk (Konzilsakten von 536) bekannt [Janin, 1969, p. 63, 195]; im 8. und 11.-12. Jh. als (Mon) tj gaj Qeotkou to Paradeisou oder Mon Paradeison (Konzilsakten von 787, die Siegel aus dem 11.-12. Jh.) [Mansi, XIII, 156, B; Laurent, 1963, V,2, n. 1172]; am Anfang des 13. Jhs. als Bogorodizyn monastyr (Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod) [AN, 27]10. Die Daten über den Standort dieser Klöster weisen darauf hin, daß es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein- und dasselbe Kloster handelte. Während die Übereinstimmung mit dem Bessonklosters eine Annahme bleiben muß, spricht im Falle des Paradeision und des Bogorodizynklosters nicht nur der Vergleich der topographischen Daten, sondern auch die chronologische Nähe der Quellenn für diese.

In diesem Zusammenhand ist das Siegel aus Černigov zu berücksichtigen, das in das 11.-12. Jh. datiert wird und folglich die Existenz des Klosters in dieser Zeit beweist. Antonij von Novgorod erwähnt in seinem Bericht aus dem Jahr 1200 nur ein Theotokoskloster in der Nähe der Mokioskirche, was nahelegt, diese Belege miteinander zu vergleichen. Zweifellos bezeichnen sowohl das Siegel als auch der Bericht aus der Kniga Palomnik dasselbe Theotokoskloster.

Außerdem läßt es die Erwähnung des Antonij von Novgorod dieses Klosters zu, dessen Lage zu präzisieren. Bis heute wurde der Standort lediglich aufgrund der Hinweise aus den Synaxaren über die Nähe der Hauptkirche des Klosters zur Mokioskirche bestimmt.

Antonij, die Klöster und Kirchen beim heiligen Mokios aufzählend, schreibt: I i h h [N, 27]11. Diese Stelle wurde von den Forschern auf verschiedene Weisen interpretiert.

Einige gehen davon aus, daß Antonij in seiner Beschreibung nicht nur die Kirchen selbst, sondern hauptsächlich die in ihnen untergebrachten Reliquien aufzählt12, und verbinden daher die Erwähnung der Gebeine des heiligen Eudokimos mit der gleichnamigen Kirche [Berger, 1988, S. 653]. Anderen, und besonders Ch.M. Loparev, der die Angaben aus den Parallelquellen berücksichtigt hat13, verstanden diese Erwähnung als Hinweis auf die Lagerung der Gebeine von Eudokimos im Theotokoskloster [Mordtmann, 1892, p. 78; Loparev, 1897, s. 357; Loparev, 1899, s. LII-LIII]. Ohne an dieser Stelle näher darauf eingehen zu wollen, muß man vermerken, daß der Bericht Antonijs schon mehrere Forscher bei der Bestimmung des Standortes der Kirche mit den Eudokimosgebeinen verwirrt hat [Loparev, 1897, s. 357; Berger, 1988, S. 653].

Die Tatsache, daß Antonij gleich nach der Erwähnung des Diosklosters und vor der Beschreibung der Kirchen und Heiligtümer beim Romanostor von den Gebeinen des Eudokimos beim Theotokoskloster spricht, scheint auf den ersten Blick deren Lagerung gerade an dieser Stelle zu bestätigen, nämlich zwischen dem Dioskloster, das vermutlich nördlich oder nordwestlich von der Mokioskirche im Lykostal lokalisiert wird14, und dem Romanostor. In allen Parallelquellen wird jedoch die Eudokimoskirche im Exakionion15, einem Stadtteil vor der Konstantinsmauer bei ihrem Schnittpunkt mit der Mese, untergebracht [Janin, 1969, p. 115], womit sich hier nochmals die für Antonijs Darstellung charakteristische topographische Inkonsequenz zeigt, auf die bereits die ErfForschern der Kniga Palomnik hingewiesen haben [Loparev, 1899, s. XXIX-XXXIII, CXXXIf.; Prokofev, 1970, s. 86f.; Seemann, 1974, S. 214-216; u. a.]16.

Außer dem Hinweis Antonijs auf die Lage des Theotokosklosters in der Nähe der Kirche mit den Gebeinen des heiligen Eudokimos, die sich, wie bereits oben erwähnt, im Exakionion befand, enthält die Kniga Palomnik noch eine weiterer topographischer Angabe, die hilft, sowohl die Lage des Theotokosklosters (und dementsprechend des Viertels Paradeision) als auch der Eudokimoskirche zu präzisieren. Es handelt sich hierbei um die Erwähnung des (der Säule), die in der Literatur verschiedene Erläuterungen gefunden hat.

So haben westliche Forscher den Satz I i h h , der von ihnen in zwei Teile zerlegt wurde, ausschließlich als Hinweis auf den Standort des Klosters in der Nähe der Säule ausgelegt [Janin, 1969, p. 199; Berger, 1988, S. 603]. R. Janin, die Säule als die Arkadiossäule17 im Xerolophos18, an der Innenseite der Konstantinsmauer,, auffassend, nahm an, daß das Theotokoskloster mit der Theotokoskirche beim Xerolophos (Qeotkoj plhson to Xhrolfou) identisch ist [Janin, 1969, p. 199].

Ähnliches finden wir bei A. Berger, der die Kniga Palomnik zur Präzisierung der Bautenlage in der Patria Konstantinupoleos verwendet hat. Er verbindet jedoch Antonijs Kirche im Gegensatz zu R. Janin nicht mit der Theotokoskirche beim Xerolophos, sondern vermutet in der Kirche des Theotokosklosters, die Antonij von Novgorod hier (im Xerolophos - V.B.) 1200 bei einer Säule sah, die Muttergotteskirche to Krystallon (Qeotkoj t Krstallon), die wahrscheinlich südlich vom Xerolophos lag [Berger, 1988, S. 602f.]19.

Daß sich die Forscher, die die Sprache des Originals der Kniga Palomnik, das Altrussische, nicht beherrschen, bei der Erklärung dieser Stelle bei Antonij irrten, ist offensichtlich, aber auch vollkommen unerklärlich, da der Irrtum kaum auf einem Fehler in der französischen Übersetzung des Buches [Livre du pelerin, 1889]20 beruhen kann. Der betrachtete Satz wird da nämlich praktisch wörtlich, ohne Veränderung der Semantik der russischen Konstruktion wiedergegeben21. Aus der Syntax des Satzes, sowohl im Original als auch in der Übersetzung, geht deutlich hervor, daß es sich hier um einen in sich schlüssigen Satz handelt, der nicht in die zwei selbständigen Teile I ...22 und ... i h h gegliedert werden kann. Die Ortsbestimmung bei der Säule bezieht sich jedoch auf die Gruppe des Prädikates liegt und bestimmt somit die Lage des Subjektes des Satzes Neue Eudokimos, nicht des Theotokosklosters näher.

Doch es ist nicht weniger seltsam, daß R. Janin und gleich nach ihm A. Berger das Theotokoskloster in der Nähe der Eudokimoskirche im Exakionion, an der Außenseite der Konstantinsmauer, im Xerolophos, an der Innenseite der Mauer, unterbringen. Und es ist dabei umso auffälliger, daß Antonij in dem Teil seiner Beschreibung, die mit dem Karpos-und-Papylos-Kloster beginnt und mit der Romanoskirche endet, außer der nochmaligen Erwähnung der Gebeine der Heiligen Kyros und Johannes, die sich unweit der Hagia Sophia befanden23, nur die Kirchen und Klöster im Stadtteil gegenüber der 12. und teilweise 11. Regions Konstantinopels, zwischen Konstantins- und Theodosiosmauer, beschreibt24: (= Karpos-und-Papylos-Kloster und Kirche (später die Menaskirche) in Psamathia25); (= Peribleptos-Kloster in ta Triakontaphyllou26); (= Stephanoskirche in Aurelianai27); (= Evergetis-Kloster, beim Pegetor?28); (= Aninas-Kloster ? in der Nähe des Mokios-Klosters)29; , (= Kloster und Kirche des heiligen Mokios westlich der Mokioszisterne)30; (= Euthymios-Kloster in Psamathia)31; < , (= Kyros-und-Johannes-Kirche in ta Steiru) >; (= Lukaskirche, südlich ? der Mokioszisterne)32; (= Demetrioskirche des Aninas-Klosters ? beim Mokios-Kloster)33; (= Dioskloster, nördlich oder nordwestlich der Mokioskirche im Lykostal?)34; (= Theotokoskloster im Paradeision) i (= Eudokimoskirche im Exakionion)35; (= Romanoskirche beim Romanostor)36 [N, 25-27].

Nach Ch.M. Loparev stellt der Ausdruck bei Antonij die Lehnübersetzung von griechischem par t to konoj oder ndrintoj prex [exwkionou] monasthrJ dar, der das russische entsprechen würde [Loparev, 1899, s. XXVIII]. Auch wenn in dieser Konstruktion kein Gräzismus zu erkennen ist, bleibt ihre Bedeutung nach wie vor - bei der Säule, neben dem Kloster.

Ch.M. Loparev, der auch wie die anderen diese Säule beachtet hat, lokalisierte sie zwischen der Konstantinsmauer und dem Goldenen Tor, wobei er sie irrtümlicherweise als Theodosiossäule verstand [Loparev, 1899, s. LIII]. Der Standort der Eudokimoskirche läßt jedoch keinen Zweifel daran, daß hier von der gewissen Säule im Exakionion die Rede ist.

Der Patria Konstantinupoleos zufolge standen am Ende des 10. Jhs. im Exakionion einige Säulen. Auf einer von ihnen, der kurzen Säule an der Nordseite, stand das Standbild von Konstantin VI. (780-797) [PK II 56], auf den anderen die Standbilder, die aus Kyzikos mitgebracht worden waren [PK II 54]37. Zur Zeit der Wallfahrt Antonijs von Novgorod gab es offensichtlich kein Standbild mehr auf der von ihm erwähnten Säule, weswegen er sie einfach als (die Säule) bezeichnete. In der Kniga Palomnik war aller Wahrscheinlichkeit nach von der Säule im Exakionion, vor dem Tor in der Konstantinsmauer ( prta to 'Exakionou), die Rede, die auch in den Quellen aus der Zeit kurz vor der türkischen Eroberung Konstantinopels erwähnt wird (s.: Manuel Chrysoloras, PG 156, 45D)38.

Aufgrund der unternommenen Analyse des Textes aus der Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod kann man vermuten, daß das Theotokoskloster (= Theotokoskloster im Paradeision) südlich der Mokioskirche in Richtung des Exakionion gelegen hat, und nicht, wie früher behauptet wurde, im Xerolophos, bei der Arkadiossäule (vgl.: Janin, 1969, p. 199; Berger, 1988, S. 602f.). Dementsprechend sollen wir hier auch das Viertel Paradeision unterbringen (vgl: Janin, 1969, p. 404).

Die Identifizierung des Paradeisionklosters als das Bessonkloster oder Qeotkou plhson to gou Louk, welche oben in der Form einer Annahme schon mal ausgesprochen worden ist, ist nach dieser Schlußfolgerung mit großer Wahrscheinlichkeit als richtig anzunehmen. Allem Anschein nach stellte die unweit vom Kloster liegende Lukaskirche, die vermutlich südöstlich vom Mokios-Kloster lag, zu jener Zeit einen Orientierungspunkt für den Standort des Klosters dar, was sich in dessen Bezeichnungen in den Quellen des 6. Jhs. (als die Eudokimoskirche noch nicht existierte39) als Theotokoskloster beim heiligen Lukas widerspiegelt.




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Illustrations:

Abb. 1: Siegel des Paradeision Klosters, Byzanz  (Laurent V,2, n. 1172)
Abb. 2: Siegel des Paradeision Klosters, Altrussland/ Černigov (Privatsammlung)
Abb. 3: Plan Konstantinopels (nach R. Janin. Const. byz. 1964)

Sources:

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Putešestvie = < Antonij von Novgorod.
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Syn. CP (Synaxarium Constantinopolitanum) =
Synaxarium Ecclesiae
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Sekundärliteratur:



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References:

1 Der genaue Fundort ist unbekannt, s.: Bell, 1929/ 30, p. 636, n. 10.
2 Sammlung der American Numismatic Society, New York (ANS, Coll. Bell, n. 15).
3 Zum ikonographischen Typ s.: Lasarev, 1971, s. 303-309.
4 Privatsammlung (Černigov / Ukraine).
5 Zum Paradeision s.: Janin, 1969, p. 403f.
6 Zu seiner Zeit sprach N.P. Kondakov von der möglichen Existenz eines besonderen ikonographischen Muttergottestypus, der mit der Theotokoskirche oder dem Kloster im Paradeision verbunden sei. Seine Vermutungen basierten jedoch auf der von ihm postulierten russischen Namensform des Klosters als Theotokos im Paradies mit dem daraus folgenden ikonographischen Sujet [Kondakov, 1915, II, s. 43].
7 Das von V. Laurent edierte Siegel hat die metrische Inschrift: + Monn | Krh, sn | Parade-| sion sk-| poij [Laurent, 1963, V, 2, n. 1172, . 97].
8 Zu Mokios-Kloster und Kirche s.: Janin, 1969, p. 354-358.
9 Zur Lukaskirche s.: Janin, 1969, p. 311; Berger, 1988, S. 634f., 641f.; Magdalino, 1996, p. 106 (Skizze).
10 Die originale, hier zitierte Ausgabe der Kniga Palomnik von Loparev ist nach den sechs Ende des 19. Jhs. bekannten Handschriften aus dem 16.-18. Jh. ediert [N]. Diese bleibt bis heute die beste und in der Forschungsliteratur am häufigsten zitierte Ausgabe. Zur Charakteristik der Kniga Palomnik und ihrer Handschriften s.: Prokofev, 1970; Belobrova, 1974.
11 In der Handschrift ist eine andere Zeichensetzung vorzu finden: , , h h, [AN, 86].
12 Dazu s.: Seemann, 1976, S. 207; Berger, 1988, S. 160.
13 Beseda o Caregrade von einem russischen Anonymus um 1300 [BC, 20]; Vita des heiligen Eudokimos [BE, 23.2-3].
14 Dazu s.: Berger, 1988, S. 653.
15 Zum Exakionion s.: Berger, 1988, S. 352-356.
16 Nach Loparev kann das Fehlen einer logischen topographischen Anordnung in Antonijs Ausführungen unter anderem dadurch erklärt werden, daß er bei weitem nicht alles von ihm Beschriebene persönlich besuchte. Es ist möglich, daß Antonij in manchen Fällen Angaben benutzte, die er von Ortskundigen gehört oder dem Stadtführer von Konstantinopel entnommen hatte. [Loparev, 1899, s. XXXIIf., CXXXII]. N.I. Prokofev erklärte die Widersprüche in der Reihenfolge der topographischen Angaben in Antonijs Ausführungen mit der Existenz zweier Redaktionen seiner Erzählung: nämlich der primären Autorenredaktion, die einen literarisch wenig bearbeiteten Text darstellte, der für die persönliche Benutzung oder einen engen Leserkreis gedacht war, und einer sekundären Redaktion, die nach seinem Tode ausgearbeitet worden ist [Prokofev, 1970, s. 87].
17 Zur Arkadiossäule s.: Berger, 1988, S. 357f. Obwohl die Deutund des stolpa Antonijs als Arkadiossäule der Plausibilität entbehrt und es dafür keiner zusätzlichen Beweise bedarf, kann man hier dennoch folgendes anmerken. Falls es Gründe gäbe zu vermuten, daß Antonij mit dieser Säule wirklich die Arkadiossäule meinte, hätte er sich doch angesichts ihrer Bedeutsamkeit und bemerkenswerten Außenansicht (sogar wenn man den Charakter von Antonijs Schilderung der profanen Bauten Konstantinopels, die er nur als Fixpunkt für die nahegelegenen heiligen Stätten und Heiligtümer nannte, berücksichtigt [Seemann, 1976, S. 209, A. 12]) nicht auf einem so kargen Beschreibung der Säule beschränkt. Vgl. die Beschreibung der Arkadiossäule wie bei Diakon Zosima überliefert, der als einziger der russischen Pilger über die Säule berichtete [Seemann, 1976, S. 209]: , , ; [Zosima, 23].
18 Zum Xerolophos s.: Janin, 1964, p. 439f.;  Berger, 1988, S. 356-358.
19 A. Berger schließt aber nicht aus, daß die Muttergotteskirche to Krystallon auch mit der Muttergotteskirche beim Xerolophos identisch sein könnte [Berger, 1988, S. 602f.].
20 Die Übersetzung Khitrovos, hat, trotz ihres unveränderten Nachdrucks 1966, den Ruf, eine schlechte Übersetzung zu sein [Berger, 1988, S. 160]. Ihr liegen die Handschriften der Kniga Palomnik zugrunde, die von P. Savvaitov (Handschrift C) [Putešestvije, 1872] und I.I. Sreznevskij (Handschrift K mit den Varianten aus der Handschrift C) [Sreznevskij, 1876] ediert worden sind, und sie ist bekannter als eine spätere, ebenfalls französische Übersetzung von M. Ehrhard [Ehrhard, 1932].
21 Et près de la Colonne, à côté du couvent de la Vierge, le nouvel Eudoxe est couché comme vivant dans un tombeau en argent [Livre du pèlerin, 1889, . 103].
22 Nach der Übersetzung von V.N. Khitrovo zitiert R. Janin diese Stelle auf die gleiche falsche Weise: Et près de la Colonne (dArcadius), à côté du couvent de la Vierge [Janin, 1969, p. 199].
23 Die erste Erwähnung der Gebeine von Kyros und Johannes finden wir beibei der Beschreibung der Hagia Sophia [AN, 16], in deren Nähe, im Bezirk ta Steiru, sich die ihnen geweihte Kirche befand. Zur Kyros-und-Johannes-Kirche s.: Janin, 1969, p. 294; Berger, 1988, S. 388.
24 Die weitere Aufzählung entspricht der Reihenfolge bei Antonij.
25 Zum Karpos-und-Papylos-Kloster s.: Janin, 1969, p. 279; Berger, 1988, S. 624f.
26 Zum Peribleptos-Kloster s.: Janin, 1969, p. 218-222.
27 Zur Stephanoskirche s.: Janin, 1969, p. 472f., 477; Berger, 1988, S. 361-363.
28 Zum Evergetis-Kloster s.: Janin, 1969, p. 178-184.
29 Dazu s.: Janin, 1969, p. 35.
30 Zu Mokios-Kloster und Kirche s. oben Anm. 8.
31 Zum Euthymios-Kloster s.: Berger, 1988, S. 603.
32 Zur Lukaskirche s. oben Anm. 9.
33 Zur Demetrioskirche s.: Janin, 1969, p. 89. Es ist allerdings nicht auszuschließen, daß Antonij auch die Kirche des heiligen Demetrios im Bezirk to Deuteron, der sich hinter der Konstantinsmauer gegenüber der 11. Region befand, gemeint haben könnte. Jedoch halten Forscher die Übereinstimmung der zum Kloster des heiligen Aninas gehörenden Demetrios-Kirche mit der gleichnamigen Kirche im Deuteron auch für möglich.
34 Zum Dioskloster s.: Janin, 1969, p. 97-99; Berger, 1988, S. 652f.
35 Zur Eudokimoskirche s.: Janin, 1969, p. 115; Berger, 1988, S. 653.
36 Zur Romanoskirche s.: Janin, 1969, p. 448f.; Berger, 1988, S. 667-669.
37 Dazu s. auch: Janin, 1964, p. 351; Berger, 1988, S. 352.
38 Zur Säule s. auch: Berger, 1988, S. 354; Berger, 1994, S. 348.
39 Den verschiedenen Redaktionen der Vita des heiligen Eudokimos zufolge ist er zwischen 833 und 843 gestorben [, s. VII-VIII].

Abbreviation:

BZ Byzantinische Zeitschrift
MGPI Moskovskij Gosudarstvennyj pedagogičeskij institut im. V.I. Lenina
ORJaS Otdelenije russkogo jazyka i slovesnosti Imperatorskoj Akademii nauk
PPS Pravoslavnyj Palestinskij sbornik
TODRL Trudy Otdela drevnerusskoj literatury
VV Vizantijskij vremennik

Citation:

Victoria Bulgakova. Die Lokalisierung des Paradeisionklosters in Konstantinopel: (nach Siegeln und der Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod) / Byzantine Studies, (http://archaeology.kiev.ua/byzantine/sigillography/bulgakova.htm).


2002, Byzantine Studies